„School Shooting“: Suche nach einer psychiatrischen Diagnose in den USA

In den Vereinigten Staaten setzte man sich in den Medien und in der Blogszene intensiv mit den psychopathologischen Zügen in der Persönlichkeit des Studenten Cho auseinander. Dave Cullen, der sich eingehend mit der Persönlichkeit der Columbine-Killer befasst hat, fasste unter dem Titel „Psychopath? Depressive? Schizophrenic? – Was Cho Seung-Hui really like the Columbine killers?“ in Slate die Diskussion der Fachleute über die angemessene psychiatrische Diagnose zusammen.

„Yet television analysts have Cho deconstructed already: He’s a madman, he’s a psychopath, a schizophrenic, a psychotic—or maybe just an angry depressive. Experts have rendered definitive diagnoses on every network—and they are wildly contradictory. The Today show alone has made a grand tour through the diagnostic manual.“

Eine mögliche psychiatrische Diagnose sei „anger fused with depression“. Cullen: „Columbine killer Dylan Klebold was a classic example of the angry depressive.“

 

Einige Experten würden demgegenüber die Eigenschaften eines Psychopathen in Cho entdecken. Cullen: „Klebold’s partner, Eric Harris, was textbook psychopath. Most psychopaths are nonviolent, but when they do turn to murder, the path is much simpler than for the depressive. They are convinced of their superiority and blame the rest of us for their predicament from the start.“

 

Eine dritte Gruppe, so der Traumaexperte Dr. Frank Ochsberg, erkenne psychotische Züge bei Cho.

„Ochberg observed Cho’s inability to relate to others, a blank affect, disordered thoughts, and perceptions wildly out of sync with reality. ‚I’m beginning to think he’s not responding to abuse and neglect, he’s responding to all the fantasies and delusions in his head,‘ Ochberg said.“

Ein weiterer Experte interpretiert einen ausführlichen New York Times-Artikel über die Kindheit Chos in Südkorea dahingehend, dieser habe möglicherweise an dem Asperger Syndrom mit psychotischen Zügen gelitten. Cho war nach Berichten von Verwandten bereits in seiner Kindheit dadurch aufgefallen, dass er kaum sprach – eine Eigenschaft, die seine Mitstudenten bis zuletzt an ihm beobachteten.

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Veröffentlicht in Gewalt, Psychologie. 1 Comment »

Eine Antwort to “„School Shooting“: Suche nach einer psychiatrischen Diagnose in den USA”

  1. mo Says:

    hallo,

    für mich thematisch sehr interessantes blog hier, in dem ich mich demnächst ausführlich umschauen werde. für den moment bin ich gerade über den amok-beitrag gestolpert, den ich meinerseits gerne um einen weiteren möglichen aspekt ergänzen möchte.

    mit freundlichen grüßen,
    mo


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