„Der Rahmen“ von Ernst Pöppel (Kurzkritik)

Die Metapher im Klappentext – unser Gehirn als „Rahmen“, der mit jeweils individuellen Lebenserfahrungen gefüllt wird – gefiel mir eigentlich, als ich den Wälzer (552 Seiten) heute in der Buchhandlung durchblätterte. Das war’s dann auch. Das „Opus Magnum“ des recht bekannten deutschen Hirnforschers ist zu einer ziemlichen Katastrophe geraten: unstrukturiert, weitschweifig, geschwätzig, selbstverliebt. „Ein Blick des Gehirns auf unser Ich“ lautet der Untertitel. Was auch immer damit gemeint sein soll – jedenfalls blickt hier Pöppel allzu viel auf Pöppel und Pöppels Forscherleben. Das nun so bedeutend wieder auch nicht war. Über das Gehirn erfährt man en passent sicher auch manches – erheblich strukturierter und prägnanter aber z.B. bei Manfred Spitzer. Die schlechten Kritiken, die das Buch allenthalben bekommt (Neue Zürcher Zeitung, Deutschlandradio Kultur, FAZ, Amazon) sind berechtigt.

Falls jemand dennoch die großangelegte Buchvorstellung (eineinhalb Stunden) als Video anschauen möchte – er findet sie überraschenderweise auf der Homepage von … Hubert Burda, der auch in das Buch einführt.

Nun ja. Sind vermutlich alte Spezies…

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2 Antworten to “„Der Rahmen“ von Ernst Pöppel (Kurzkritik)”

  1. Markus Wichmann Says:

    PS. Etwa ab der 13. Minute des Videos setzt das Gespräch zwischen Burda und Pöppel ein. Wenn man eine Viertelstunde reinhört, hat man schon einen treffenden Eindruck.

  2. Markus Wichmann Says:

    Nachdem ich das Buchvorstellungs-Video nun einmal erwähnt habe, fand ich es angemessen, es auch anzuschauen. Sagen wir so: Burda ist manchmal ganz amüsant.

    Zu Pöppels Buch habe ich jetzt eine Theorie: Er wollte eins schreiben – mit der vagen Vorstellung, dass es etwas mit dem Gehirn zu tun haben sollte, und mit seinem Leben als Wissenschaftler. Da kam in ihm die Frage auf, „welchen Rahmen geb ich ihm bloß?“ Und schon hatte er seine Leitidee gefunden. Die wird nun in alle denkbaren Richtungen breitgewalzt wie der Plätzchenteig auf einem Kuchenblech. Dem fertigen Gebäck fehlt es jedoch an Form und an schmackhaften Zutaten. Vielleicht hätte eine Rahmenhandlung geholfen? Na, immerhin die Präsentation fand in einer solchen statt…


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