Die Metapher im Klappentext – unser Gehirn als „Rahmen“, der mit jeweils individuellen Lebenserfahrungen gefüllt wird – gefiel mir eigentlich, als ich den Wälzer (552 Seiten) heute in der Buchhandlung durchblätterte. Das war’s dann auch. Das „Opus Magnum“ des recht bekannten deutschen Hirnforschers ist zu einer ziemlichen Katastrophe geraten: unstrukturiert, weitschweifig, geschwätzig, selbstverliebt. „Ein Blick des Gehirns auf unser Ich“ lautet der Untertitel. Was auch immer damit gemeint sein soll – jedenfalls blickt hier Pöppel allzu viel auf Pöppel und Pöppels Forscherleben. Das nun so bedeutend wieder auch nicht war. Über das Gehirn erfährt man en passent sicher auch manches – erheblich strukturierter und prägnanter aber z.B. bei Manfred Spitzer. Die schlechten Kritiken, die das Buch allenthalben bekommt (Neue Zürcher Zeitung, Deutschlandradio Kultur, FAZ, Amazon) sind berechtigt.
Falls jemand dennoch die großangelegte Buchvorstellung (eineinhalb Stunden) als Video anschauen möchte – er findet sie überraschenderweise auf der Homepage von … Hubert Burda, der auch in das Buch einführt.
Nun ja. Sind vermutlich alte Spezies…

